Google for Jobs Integration in der Unternehmensseite

Posted by ralfschulte in News | 0 comments

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So manch einer hat es schon gehört. Einige Unternehmen erfreut es. Viele Jobbörsen sind in Panik geraten. Google for Jobs kommt!

Und das bedeutet, dass man bei Google demnächst auch direkt nach Jobs suchen kann. Das konnte man natürlich auch vorher schon über die Google Suche, aber jetzt gibt es einen eigenen Bereich dafür, ähnlich Shopping. Dieser Dienst ist zur Zeit erst einmal nur für die USA verfügbar. Wer diese Funktion aber ausprobieren möchte, gibt einfach „Google.com/ncr“ in die Adresszeile seines Browsers ein und gelangt dadurch auf die amerikanische Google Suche. Jetzt noch „Jobs New York design“ eingeben und man erhält diese Anzeige:

Google for Jobs Anzeige

Auch die nachfolgende Job-Darstellung ist für den Nutzer optimiert. Hier gibt es keine lästigen neue Browserseiten, iFrames, Bilder oder hochgeladene PDFs mehr. Google crawlt nur den Text und das Logo des Unternehmens. Der User erhält somit nur das Wesentliche.

Google for Jobs - Jobanzeige

Google arbeitet dabei auch mit anderen Unternehmen zusammen (z. B. Linkedin, Glassdoor, career builder etc.) und unterhält entsprechende Schnittstellen. Dadurch können der Jobsuche auch Jobs hinzugefügt werden, die vielleicht von der Indexierung ausgeschlossen sind – z. B. üblich bei großen Jobbörsen, da die Jobs ständig wechseln.

Das Besondere: Google verwendet die selbstlernende Google Cloud API (Machine Learning), die erkennen kann, welche Jobs zusammenhängen und nach welchen ähnlichen Jobs die User gesucht haben. Unternehmen müssen lediglich den Job auf der Google Cloud Plattform ablegen und dort indizieren lassen. Außerdem können der Jobanzeige noch zusätzliche Informationen wie Straße und Ort hinzugefügt werden.

Auch im Google eigenen Blog gibt es hier einen eigenen Bericht zum Start von Google for Jobs am 20. Juni 2017.

Was bedeutet Google for Jobs für Deutschland?

Damit Google for Jobs auch funktionieren kann, muss Google die Jobs auch als solche erkennen. Und das bedeutet, der HTML-Code muss entsprechend angepasst werden. Liest man sich die Google for Jobs Spezifikatione für Developer durch, ist das Ganze auch nicht besonders schwierig. Wichtig ist nur, dass die von Schema.org vorgegebenen Markups eingehalten werden. Google beantwortet auf der Support-Seite auch, welche Möglichkeiten Unternehmen haben, ihre Stellenangebote einzustellen.

Für Unternehmen bedeutet das: Wenn Sie künftig in der Google Jobsuche gefunden werden möchten, müssen Sie den HTML-Code ihrer Karriereseiten anpassen.

Für Jobbörsen heißt das: Google wird zum Konkurrenten von stepstone, monster, kimeta oder indeed. Vor allem für Job-Crawler wie indeed wird Google zum mächtigen Gegner. Aber wie heißt es so schön? Konkurrenz belebt das Geschäft.

Viel interessanter ist die Frage, ob Google zukünftig Geld dafür verlangen wird, damit Jobs weit oben stehen – ähnlich Google Shopping – und dadurch zum marktbeherrschenden Faktor wird.

Was bedeutet Google for Jobs für die Jobsuchenden und Jobbörsen?

Nehmen wir mal an, dass Google alles Jobs in Deutschland crawlen und anzeigen kann. Dann würde das bedeuten, dass User nicht mehr auf verschiedene Jobbörsen gehen müssten, sondern nur noch eine einzige Jobbörse bräuchten: nämlich Google. Für den Jobsuchenden wäre das toll, aber vermutlich nicht für die Jobbörsen, denn diese verdienen damit ihr Geld, dass jemand auf ihre Stellenangebote klickt. Wenn Unternehmen ihre freien Stellen aber so optimieren, dass sie von der Google Suche gefunden werden können, bräuchte man die Jobbörsen nicht mehr.

Möglich wäre aber auch, dass Google die Stellenangebote von einer Jobbörse einliest und hierfür pro Klick bezahlt wird. Wahrscheinlicher aber ist, dass die deutschen Jobbörsen erst einmal gar kein Interesse daran haben, Google mit ihren Jobs zu füttern. Denn damit würden sie die Bestie großziehen, die sie dann irgendwann einmal verschlingen wird. Und wenn Google for Jobs keine nennenswerte Jobs vorweisen kann, wird es auch keine Relevanz in Deutschland bekommen.

Außerdem darf man nicht vergessen: Anders als in den USA lieben die deutschen Unternehmen ihre gestalteten Stellenangebote, die natürlich immer im Unternehmens-CI sein müssen. Diese würden sich in Google for Jobs leider nicht mehr anzeigen lassen. Kein CI, kein Brandbuilding, kein Wiedererkennungswert. Können die deutschen Unternehmen damit leben, nur noch Textanzeigen zu haben?

Aber das ist noch lange nicht alles: Google führt gerade ein eigenes Bewerbermanagementsystem ein, genannt „Google Hire“. Bisher ist es noch in der Testphase, aber in Kombination mit Google Jobs dürfte es demnächst für viel Wirbel sorgen. Wir sind gespannt.

Sie sehen: Google for Jobs bietet zukünftig viele Möglichkeiten, aber welche Rolle es in Deutschland spielen wird, ist noch nicht vorherzusehen.

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